Mein Name ist Jan Karlseder. Ich bin Professor hier im Labor für Molekular- und Zellbiologie und Direktor des Glenn Center for Research on the Biology of Aging.
Ich bin in Österreich aufgewachsen. Ich bin im Westen Österreichs aufgewachsen, in den Bergen, eigentlich in einem sehr kleinen Dorf. Und ich ging an die Universität in Innsbruck und wechselte dann an die Universität Wien, um dort Molekularbiologie zu studieren, weil es diesen Zweig in Innsbruck nicht gab.
Wir hatten auf jeden Fall eine sehr schöne Kindheit, weil wir einfach hinter das Haus in den Wald gehen und spielen konnten. Aber gleichzeitig spürt man sehr schnell, dass es sich hier um einen eher kleingeistigen Ort handelt. Ich kehre jetzt gerne zurück, weil es eine wunderschöne Gegend Österreichs ist, die sich aber in den letzten 50 Jahren überhaupt nicht verändert hat. Immer noch dieselben Leute, die durch dasselbe Fenster im selben Haus schauen, das macht mich sehr froh, dass ich nicht mehr da bin.
Wir sind viel Ski gefahren. Wir sind mitten im Skigebiet Österreich aufgewachsen. Wir brachten unsere Skier zur Schule, und als die Schule gegen ein oder so nachmittags zu Ende war, fuhren wir mit der Gondel zum Skifahren. Das war absolut fantastisch. So waren unsere Winter.
Es ist schwierig. Meine Kindheit ist ein wenig gespalten, weil ich einen älteren Bruder hatte, der gestorben ist, und das Vorher und Nachher war ein bisschen anders.
Also ich meine, ja, wir sind damit aufgewachsen, im Wald zu spielen, zur Schule zu gehen und das zu tun, was alle normalen Kinder tun. Und dann passierte das und meine Eltern bekamen danach wieder Kinder.
Es hat sich für mich sehr verändert, weil ich von einem jüngeren Bruder zu einem sehr alten Geschwister geworden bin und nun zwei sehr junge Geschwister habe.
Mein Großvater war eigentlich Professor für Botanik an der Universität Wien. Er nahm uns viel mit auf Spaziergänge und Wanderungen und erklärte uns jede Pflanze, jedes Insekt und jeden Pilz. Mein Vater ist Ingenieur und wollte eigentlich, dass ich in eine technische Richtung gehe. Ich habe das ganz kurz versucht und die Mathematik war überwältigend und ich flüchtete in die Naturwissenschaften.
Aber ich kann mich wirklich nicht an diese bewusste Entscheidung erinnern, zu sagen, ich möchte Molekularbiologe werden, ich muss Krebs studieren, weil das für mich wichtig ist oder so etwas in der Art. Es entstand eigentlich einfach aus einem Interesse an Biologie und dann aus der Entscheidung, etwas zu tun, das einem tatsächlich einen Job verschaffen kann.
Als ich in Wien promovierte, zog ich nach New York City, um einen Postdoc zu machen, den ich an der Rockefeller University machte.
Danach suchte ich nach Fakultätsstellen sowohl in Europa als auch in den USA. Ich ging in den Innenhof und war fasziniert. In diesem Sinne war es wirklich nicht sehr bewusst. Auch hier empfand ich diesen Ort einfach als schön und kreativ und als Zeichen.
Mich interessiert, was eine normale gesunde Zelle in eine Krebszelle verwandelt.
Ich interessiere mich für die Krebsentstehung als Funktion des Alters. Wir arbeiten mit den sogenannten Telomeren, den Enden der Chromosomen, und sie spielen eine wichtige Rolle im Alterungsprozess und in der Krebsbiologie.
Mein Labor versucht, all die verschiedenen molekularen Wege zu verstehen, die durch diesen Telomerverkürzungsprozess ausgelöst werden. Und das reicht vom einfachen Stoppen des Zellzyklus über die Aktivierung von Entzündungen bis hin zu Veränderungen im mitochondrialen Stoffwechsel und Genominstabilität.
Wir versuchen zu verstehen, wie all diese scheinbar unabhängigen Wege durch den Prozess der Telomerverkürzung und der Signalübertragung durch kurze Telomere miteinander verbunden sind. Die nächsten Schritte werden darin bestehen, sich wirklich von der Vorstellung zu verabschieden, dass molekulare Wege unabhängig voneinander funktionieren und dass dies zu Durchbrüchen führen kann, die zu Therapien führen können.